Der Tripper bitte in die 2

Der Aufruf von Patienten im Wartezimmer mit Namen – „Herr Weber bitte in Behandlungsraum 3“ – bedeutet eine Verletzung des Sozialgeheimnisses. (Ist mir vor einer Woche in ´ner HNO-Praxis passiert.) Verantwortlich ist der § 35 SGB I (Sozialgesetzbuch), der uns endlich einen sicheren und diskreten Wartezimmeraufenthalt beschert. Oder bescheren soll.

Nach dem Prinzip der anonymen Briefkastenmethode, dürfen Wartezimmerinsassen nicht mehr mit Namen aufgrufen werden.
Ärzte und Klinikpersonal arbeiten jetzt fieberhaft an Alternativen. Eine Möglichkeit wäre der
„Diagnose-Aufruf“:
“ Der Herr mit dem Dickdarmkarzinom bitte Zimmer 1″. Das funktioniert allerdings nicht immer korrekt, da manchmal schon mehrere Personen auf einmal in Richtung Behandlungszimmer gingen.

„Der numerische Aufruf“
:
Der Patient erhält eine Nummer und wird mit „die 24 bitte in Zimmer 2“ aufgerufen. Das setzt bei höherem Patientenaufkommen ein gewisses Zahlenverständnis voraus, welches heutzutage allerdings nicht immer gegeben ist.

„Die Platzhalter-Methode“
:
Es werden zugewiesene Sitzflächen im Warteraum ausgegeben: „Platz 6 bitte in die 4“. Aber auch hier kann ein vertrauensvolles Arzt-Patient-Verhältnis nur begrenzt aufgebaut werden.

„Die anonyme Anmeldung“
:
Der Patient meldet sich mit einem Passwort an, und wird später mit diesem aufgerufen. Die Verwenden sicherer Passwörter (Groß-Kleinschreibung, Zahlen, Sonderzeichen) überforderte allerdings viele Leute über 60, denn das Geheimwort darf natürlich nicht notiert werden.
Ein Ärztehaus in Crefeld (NRW) favorisiert die

„Glücksrad-Methode“
:
Keine festen Termine mehr. Die Besucher erhalten Buchstabenchips und die Reihenfolge der Patienten wird ausgespielt. In abhörsicheren Checkin-Zimmern erfolgt dann erst die Feststellung der Klarnamen.

Was dem einen recht ist… Das Tragen von Namensschildern in Krankenhäusern wird untersagt. Zulässig sind (zum Beispiel) bei Ärzten nur noch eine Nummer und eine verschlüsselte Kennung der Klinikabteilung.

Weitere Fragen und Auskünfte an den Gesundheits-Schutzdienst „weberknecht-secure“

 

Ein Kommentar:

  1. Allein die Überschrift reicht schon!
    Ein Text, der einfach zum Lachen einlädt.

    Beste Grüße aus dem Osten

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