Denk ich an Deutschland.

In der DDR wurde die BRD in Erdkunde 8. Klasse politisch, ökonomisch und landschaftlich behandelt. Sogar ziemlich ausführlich. Ein Mitschüler sprach im Unterricht von „Westdeutschland“. Unser Geographielehrer erklärte nochmals, daß die amtliche Bezeichnung Bundesrepublik Deutschland wäre. Kurz BRD.
Wie war das im Westen? Was erfuhr man über die DDR in der Schule – sicher nur das, was wir heute über sie erfahren. Nur nicht so ausführlich. Das erklärt die Ahnungslosigkeit der Westbürger über die Gegebenheiten östlich der Elbe.

DEUTSCHLAND. Ich benutze dieses Wort nicht. Es gibt für mich keinen Bezug zu einem Deutschland, und dann noch westlicher Prägung.
Deutschland, das ist der Angriffskrieger gegen Jugoslawien. Das ist „gut und gerne“ Obdachlosigkeit.
Deutschland bedeutet Russenfeindlichkeit, Selbstherrlichkeit und Größenwahn.
Deutschland, das sind nicht nur die tumben Schlachtrufe von Fußballfans.

Einige Sachsen hat man heute soweit, daß sie sich als „Mitteldeutsche“ bezeichnen. Das kann man so hinnehmen, aber es bedeutet, daß für viele dieses Deutschland nicht an der Oder endet. Entschuldigend muß man sagen, daß dieser Begriff „MITTELDEUTSCHLAND“ uns vom Westen übergestült wurde.

Ich spreche auch heute in NRW korrekt von der BRD und ernte dafür mindestens besondere Blicke. Selbst Susi spricht in meiner Gegenwart von „BRD – wie du sie nennst“.

Deutschland ist für mich der Kampfbegriff der Überheblichkeit. Der Bürgerlichen und Politiker. Der Nationalstolzen und Militaristen.

Auch wenn das hier nicht so herauszulesen ist: Ich bin ein friedfertiger und freundlicher alter Mann. So wurde man im Osten erzogen und darum wurde die DDR auch international anerkannt. Wegen der freundlichen und solidarischen Menschen.

Zu einem BRD-Bürger wurde ich 1990 gemacht.
Gefragt hat mich niemand.

3 Kommentare:

  1. Unser lieber Weberknecht sagt wie es ist:-)) Und genau diese Unterschiede spüren die Gastgeber, auch die professionellen-, weltweit. DDR-Bürger bekommen Komplimente, während BRD-Touristen eher eine erhöhte Rechnung sehen:-)) Übrigens: Gastgeber sehen den Unterschied in den benutzten Zimmern und Bädern:-)

  2. „Zu einem BRD-Bürger wurde ich 1990 gemacht“

    Es wurde niemand gefragt, es gab keine Volksabstimmung. Ich hätte damals bei einer solchen als Wessi dagegen gestimmt. Man konnte damals 89/90 kein Fernsehen mehr schauen, es liefen damals nur noch Berichte über Cottbus usw. Cottbus das war für mich Ausland. Genausogut konnte man monatelang über Graz berichten können.

    In der Schule hier in der BRD lief im Unterricht nur Propaganda gegen die DDR. Verfassungsnorm und Verfassungswirklichkeit war ein Thema. Die These war das die Verfassung der DDR an sich nicht schlecht wäre aber mit der Wirklichkeit nichts zu tun hätte.

    War aber 1984 für einen Tagesausflug in Rostock mit meinen Eltern. Habe mir damals eine Zeitschrift der GST mitgenommen. War ja noch Jugendlicher damals.

    Ich war auch seitdem nicht mehr in den sogenannten neuen Bundesländern. Wozu ist ja jetzt daselbe wir hier, also nicht mehr anders.

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