Wie der Weihnachtsmann [4] – Narrenhaus

Wie ihr schon gemerkt habt, Armeedienst war überhaupt nichts für mich. Da spielt es auch keine Rolle, in welchem Land oder bei welcher Armee das gewesen wäre. Vielleicht hatte ich sogar Glück, daß ich meinen Pflichtdienst in einer friedlichen Armee wie der NVA ableisten konnte. Das ändert aber nichts an der Tatsache, daß ein freiheitsliebender Mensch wie ich, in diesem System nicht sehr gut aufgehoben war. Und es war schade um die vergeudete Zeit.

Die Zeit

Wer zählt sie schon, die Zeit,
die sinnlos man vertreibt.
Wie wenn man abends denkt:
Der Tag heut war geschenkt.
     Wirst du auch noch so schnell sein
     du holst die Zeit nicht mehr ein.

Auf einmal steht die Frage doch:
Sag mir bloß, wieviel Tage noch.
     Mir kommt´s nicht auf die Stunde an,
     doch mal muss Schluss sein irgendwann…`76 im April.

Es ist ein Narrenhaus, das seine Leute prellt.
Das Theater ist bald aus
und doch, kein Vorhang fällt.
     Denn sind wir weg von hier, daran hat jeder gedacht,
     werden wieder andere zu Narren gemacht.

Ein einziges Gefängnis, Anschiss tagaus tagein.
Ich glaub in `nem Gefängnis kann´s nicht viel schlimmer sein.
     Mir kommt´s nicht auf die Stunde an,
     doch mal muss Schluss sein irgendwann…`76 im April.

Es vergeh´n die Tage
inhaltslos und leer.
Immer steht die Frage,
zu antworten fällt schwer.
     Hast du einmal am Tag darüber nachgedacht,
     daß was getan worden ist, was abends stolz dich macht?

Wenn es dich auch noch so quält,
nur die Zahl deiner Tage zählt!
     Einmal ist er vorbei, der Mist.
     Einmal ist für uns Schluss, das ist…´76 im April.

Es ist wirklich erstaunlich, wieviel Texte ich noch abrufen kann. Die sind so aus der Zeit von 1973 bis 1985 – vielleicht noch 50 an der Zahl die ich so zusammenbekomme. Entstanden in der Lehrzeit, als Jungfacharbeiter und in der Band. Mal gehaltvoller, mal nur Klamauk. Natürlich Text und Musik von mir.
Inzwischen habe ich mit meinem Digitalsaxophon (Blaswandler) ein paar der besseren, eigenen Melodien vertont und mit einem Software-Sequencer von emagic eine Band dazu kreiert. Wenigstens DAS soll noch mal klappen, daß ein paar Aufnahmen entstehen, die ich hier einstellen werde.
Bevor mir die Luft ganz ausgeht.

Das Kapitel NVA schließe ich vorerst mal ab, obwohl es noch viel Stoff gibt, über den ich schreiben könnte: Zum Beispiel über meine Ausmusterung im dritten Diensthalbjahr, keine ganz einfache Sache. Vielleicht lesen wir hier ja noch mal was?

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